Santiago de Cuba

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Gegründet im Jahre 1514 von Diego de Valázquez, war Santiago de Cuba in den ersten 25 Jahre Hauptstadt (von 1524 bis 1549) von Kuba, bis sie diesen Titel an Havanna abgeben mußte. Sie wird auch heute noch die "heimliche Hauptstadt" Kubas genannt, nicht zuletzt aufgrund des hier in den Anfängen des 20. Jahrhunderts entstandenen Nationalrhythmus (Son) und ihrer Rolle bei Aufständen und Unabhängigkeitskriegen. Nicht zuletzt war Santiago Ausgangspunkt für die Eroberungsfahrten von Diego Valázquez und Hernán Cortés nach Mexiko.

File 135Aufgrund der geografischen Nähe zu Jamaica und Haiti (Santiago liegt im Südosten von Kuba) war Santiago de Cuba immer schon Anlaufstelle für Einwanderer. Da die immer mehr Kupferminen geöffnet wurden, importierte man zunehmend Sklaven, so daß in kurzer Zeit die Anzahl der dunkelhäutigen Bevölkerung stark gestiegen war, was bis heute zu bemerken ist. Im 16. und 17. Jahrhundert konnte insbesondere durch den Seehandel ein beachtlicher Wohlstand erreicht werden, der jedoch immer wieder durch Piratenüberfälle geschröpft wurde. Im Jahre 1640 schließlich ließ Santiago de Cuba eine Festungsanlage erbauen, zum Schutz gegen Freibeuter und Piraten. Diese Festung, genannt El Morro, befindet sich auf einem hohen Felsen in der Hafeneinfahrt. Durch El Morro konnte die Stadt einige Jahre gut standhalten, bis sie schließlich im Jahre 1655 durch die Engländer eingenommen wurde, die Brände legten und die Stadt stark verwüsteten. Die Engländer hielten sich jedoch nicht lange und wurden durch Krankheiten schließlich aus der Region vertrieben.

File 153Im 18. Jht. schließlich ließen sich in Santiago an die 30.000 französischsprachige Flüchtlinge aus Haiti nieder, die als Pflanzer Kaffee anbauten. In der Folgezeit erlebte Santiago eine nie zuvor dagewesene Blütezeit in der Paläste und reich verzierte Bauten entstanden. Inzwischen hatten sich zu der Festung El Morro weitere fünf Festungen gesellt, so daß die Stadt wenig zu fürchten hatte.

Santiago war in den Folgejahren Schauplatz von Unabhängigkeitskriegen, an denen spanische Truppen und auch die Amerikaner teilnahmen. Bis ins 20. Jht. erlebte Santiago de Cuba zahlreiche Austände und so nahm die kubanische Revolution mit dem Sturm auf die Monacada Kaserne hier ihren Anfang. Am 1. Januar 1959 schließlich zog Fidel Castro in Santiago ein und hielt seine erste Siegesrede.

 

Sehenswürdigkeiten:

 

Parque de Cespedes Dieser Park ist Mittelpunkt von Santiago, hier trifft sich alles und - wer die Muße hat - kann von hieraus das kubanische Leben sehr schön beobachten.
Kathedrale Die Kathedrale liegt direkt am Parque de Cespedes und stammt aus dem Jahre 1810, wobei sie erst 1922 fertiggestellt wurde. An ihrer Stelle wurde bereits 1516 eine Kirche erbaut, die jedoch mehrfach durch Brände und Erdbeben zerstört wurde und immer wieder erneut aufgebaut wurde.
Rathaus Das Rathaus, von dem aus Fidel Castro seine Rede hielt, liegt direkt gegenüber der Kathedrale.
Casa Diego Valázquez Links vom Rathaus ist das älteste Haus Kubas, das Casa Diego Valázquez, das 1516 für den Gouverneur erbaut wurde und heute als Museum für koloniale Kunst dient.
Hotel Casa Grande Dieses ist wahrscheinlich das schönste Haus von Santiago.
Casa de Té Dieses Haus ist wohl der gemütlichste Ort in Santiago, in dem eine Fülle von Tees angeboten werden.
Casa de la Trova Dieser Ort ist ein Muß: hier treffen sich seit Jahrzehnten die Cubaner und machen Musik. Die Wände sind voll von historischen Musikereignissen und vielfach kommen auch heute noch bekannte Künstler hierher.