Mariel

File 81Der Fischerort Mariel befindet sich an der Westküste Kubas in der Provinz Artemisa. Er ist vor allem durch die sogenannte Mariel-Bootskrise (mariel boatlift, Éxodo del Mariel) bekannt geworden. Da der kubanische Hafen derjenige des Landes ist, der am nächsten an der USA liegt, waren im Sommer des Jahres 1980 von hier aus etwa 125.000 Kubander in Booten Richtung US-amerikanischer Küste geflüchtet. Während einige der Flüchtlinge die Küste Floridas erreichen und dort auch Asyl bekamen, mussten viele Kubaner bereits im Meer ihr Leben lassen. Die Mariel-Bootskrise ging als die größte Massenflucht Kubas und als traurige Episode des kubanischen Lebens in die Geschichte ein.

Heute ist Mariel eine wichtige Industrie- und Hafenstadt mit der größten Zementfabrik des Landes, Kraftwerken und Schiffswerften. Sie ist ein Ort der Arbeit und nicht des Tourismus und hat daher kaum Sehenswürdigkeiten. Wer sich für Münzkunde interessiert, sollte jedoch das Museo Municipal de Mariel besuchen, denn hier wird eine riesige Münzsammlung ausgestellt. Zwei bemerkenswerte Strände gehören außerdem zu Mariel, der Playa Salado und der Playa Baracao. Beide sind wenig besucht, haben jedoch einige gute Tauchgründe und bieten Gelegenheit zum Baden. Der Playa Salado ist vor allem bei Einheimischen beliebt, während sich am Playa Baracao auch einige Touristen aufhalten.