Filme zu Kuba

Vor allem ein Film hat weltweit für Aufsehen erregt und den Menschen Kuba näher gebracht: Der Dokumentarfilm Buena Vista Social Club. Neben diesem Filmklassiker werden hier einige Streifen vorgestellt, die auf Kuba spielen.

Buena Vista Social Club von Wim Wenders
(1999) Der Dokumentarfilm des deutschen Regisseurs Wim Wenders zeigt den Zusammenschluss verschiedener kubanischer Musiker auf, die unter dem Namen Buena Vista Social Club Konzerte geben. Der Filmemacher folgt im Frühjahr 1998 seinem Freund, dem US-amerikanischen Musiker Ry Cooder, zu den Aufnahmen des Sängers Ibrahim Ferrer für ein Soloalbum nach Kuba. Während dieser Aufnahmen und bei den darauffolgenden Konzerten des neu entstandenen Projektes begleitet der Regisseur die Musiker und porträtiert jeden einzelnen. Die alten Herren waren auf Kuba längst in Vergessenheit geraden und gelangen durch dieses Musikprojekt zu unerhofftem Erfolg – weltweit. Diese Männer lernt das Publikum auf der Bühne und im Studio, aber auch im privaten Leben kennen. Der Film zeigt sehr liebevoll und anschaulich den Werdegang der Musiker auf und besticht mit seiner Authentizität. Nicht zuletzt deshalb ist er wahrscheinlich einer der einzigen Dokumentarfilme, die in den deutschen Kinos ein echter Hit wurden. Er wurde 1999 mit dem Europäischen Filmpreis ausgzeichnet und im Jahr 2000 für einen Oscar in der Sparte Dokumentarfilm nominiert. Nicht nur für Musikfreunde ein absolutes Muss!

Erdbeer und Schokolade von Tomás Gutiérrez Alea
(1993) Der Spielfilm mit dem Originaltitel "Fresa y chocolate" des kubanischen Regisseurs Tomás Gutiérrez Alea handelt von zwei Männern in Havanna. Der eine liebt Männer und Erdbeereis, der andere ist verrückt nach Frauen und Schokoladeneis. Auch politisch verteidigen beide sehr gegensätzliche Positionen und nichts scheint die jungen Kubaner miteinander zu verbinden. Dennoch entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden, die jedoch auch aufgrund der Homosexualität und der politischen Situation von starken Spannungen bestimmt wird. Ein respektvoll gedrehter und zugleich unterhaltsamer Spielfilm, der als Plädoyer für Toleranz gelten kann.

Das Leben ein Pfeifen von Fernando Pérez
(1998) Im Drama (Originaltitel "La vida es silbar") wird von einem Waisenkind die Geschichte von drei verschiedenen Personen erzählt. Da gibt es die etwas nymphoman veranlagte Tänzerin, die von einer großen Karriere träumt, die Altenpflegerin, die von Schluckauf und Ohnmachts-Anfällen geplagt ist, und den arbeitslosen Musiker, der sich in eine Ausländerin verliebt. Alle drei vereint die Suche nach dem Glück und sie nähern sich diesem an, als sie sich selbst besser kennen lernen. Besonders an diesem Spielfilm ist die Mischung aus realen und surrealen Momenten, die kunstvoll miteinander verwoben sind. Ein philosophischer und träumerischer Film.

Che von Steven Soderbergh
(2008) Zwei Spielfilme gehören zu diesem Projekt: "Che – Revolucion" und "Che – Guerrilla". Sie zeigen das Leben des Argentiniers Ernesto "Che" Guevara auf, der als der zentrale Commandante der Kubanischen Revolution in den 1950er Jahren bekannt wurde und bis heute eine wichtige Symbolfigur für die Geschichte des Landes ist. Spannend, aber nicht immer ganz präzise werden dem Publikum sein Werdegang und die historischen Abläufe näher gebracht. Es ist eben doch ein Actionfilm.